Dr. Stephanie Frenz-Wießner mit Forschungspreis der Kind-Philipp-Stiftung ausgezeichnet
Die Ärztin und Wissenschaftlerin Dr. Stephanie Frenz-Wießner vom Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums München erhielt die Auszeichnung für ihre 2024 in Nature Methods veröffentlichte Arbeit. In dieser hatte sie ein Verfahren zur Herstellung komplexer menschlicher Knochenmarkorganoide aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs) entwickelt.

Die Knochenmarknische, bestehend aus Blutgefäßen, stromalen Zellen und hämatopoetischen Zelltypen, reguliert die Blutbildung ein Leben lang. Störungen dieses Mikromilieus tragen wesentlich zur Entstehung von angeborenem Knochenmarkversagen und kindlicher Leukämien bei. Da sich die komplexen Interaktionen der menschlichen Nische bisher nur schwer im Labor nachbilden ließen, fehlten geeignete Modelle für deren Untersuchung.
Das von Frenz-Wießner entwickelte Organoidmodell bildet wesentliche Eigenschaften der humanen Knochenmarknische nach und ermöglicht es, Blutzellentwicklung und zelluläre Interaktionen im Labor zu analysieren. Durch das Einbringen einer genetischen Mutation, die bei Kleinkindern ein angeborenes Knochenmarkversagen verursacht, konnte sie zudem zeigen, dass sich Krankheitsmerkmale im Organoid nachbilden lassen.
Damit eröffnet das Modellsystem neue Möglichkeiten für das Verständnis der Nische bei der Entstehung von Knochenmarkversagen und pädiatrischen Leukämien, sowie für patientenspezifische Therapieansätze.
Stephanie Frenz-Wießner studierte Medizin an der Ludwig-Maximiliants-Universität (LMU) und TU München. Ihre Weiterbildung zur Kinderärztin durchlief sie am Dr. von Haunerschen Kinderspital, wo sie im Rahmen ihrer PhD-Arbeit in der Arbeitsgruppe von Prof. Christoph Klein das Knochenmarkorganoid entwickelte. Seit Ende 2024 forscht sie als Postdoktorandin am Broad Stem Cell Research Center der University of California, Los Angeles (UCLA), zur Rolle der fetalen Knochenmarknische in der Entstehung von Säuglingsleukämien.
Ausgezeichnet wurde außerdem das Forscher-Trio Mirco Julian Friedrich (Universitätsklinikum Heidelberg), Kevin Lu (Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen) und Michael Kilian (Harvard Medical School) für seine herausragende Forschung zur Verbesserung von zellulärer Immuntherapie bei Krebserkrankungen. Die Preisträger wurden im Rahmen der Wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) in Berlin geehrt.
Der Kind-Philipp-Preis der Kind-Philipp-Stiftung für pädiatrisch-onkologische Forschung ist der renommierteste Preis auf dem Gebiet der Kinderonkologie und zeichnet jährlich die beste Arbeit deutschsprachiger Autorinnen und Autoren zur Erforschung von Leukämie und Krebs bei Kindern aus. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von einem Gutachtergremium der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie vergeben.
Bild: Verleihung des Forschungspreises der Kind-Philipp-Stiftung (v. l. n. r.): Dominik Schneider (stellvertretender Vorsitzender der GPOH), Stephanie Frenz-Wießner, Birgit Burkhardt (Vorsitzende der GPOH), Johannes Reiners (Kind-Philipp Stiftung)
Bild: Verleihung des Forschungspreises der Kind-Philipp-Stiftung (v. l. n. r.): Dominik Schneider (stellvertretender Vorsitzender der GPOH), Stephanie Frenz-Wießner, Birgit Burkhardt (Vorsitzende der GPOH), Johannes Reiners (Kind-Philipp Stiftung)
Bildquelle: Prof. Schewe
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